Am 30.09. hatte ich das Vergnügen mit Freunden den Kinofilm „Baader-Meinhof Komplex“ zu sehen. Dieser ist eine 150-minütige Verflimung des gleichnamigen Buches von Stefan Aust, der jahrelang Chefredakteur des „Spiegel“ war.
150 Minuten über Entstehung und Zerschlagung der RAF, der Roten Armee Fraktion, hochkarätig besetzt und spannend verpackt. Da ich vorher schon das Buch gelesen hatte, kam ich trotz hohen Tempos und vieler Schauspieler, sowie einiger unerklärter Filmszenen ganz gut mit.
Dazu ein Gedanke: Der Auslöser der damaligen Unruhen waren eigentlich, die studentischen Protestaktionen gegen den Krieg in Vietnam, den Besuch des Schahs von Persien mit seiner Frau sowie das Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten. Das, wenn man dem Film und dem Buch glauben darf, in höchstem Maße brutal war. Auf friedlich demonstrierende Studenten wurde mit Schlagstöcken eingeprügelt und ein Grundrecht aller Demokratien, nämlich die freie Meinungsäußerung auch in der Öffentlichkeit (Demonstrationsrecht, Versammlungsfreiheit!), wurde massiv missachtet.
Nun ist die Frage, wie man einem Staat begegnet, der sich rechtsstaaliche Prinzipien zwar auf die Fahnen schreibt, dann aber keine andere Meinung zulässt. Was tun? Die RAF wählte den Weg der Gewalt und das Leben im Untergrund. Unschuldige wurden getötet, Banken wurden ausgeraubt, teure Autos gestohlen und viel Zeit darauf verwendet unerkannt zu bleiben, ohne dabei politisch real aktiv zu werden.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Gewalt definitiv keine Lösung ist. Nichtstun allerdings auch nicht.
Und eine weitere unbeantwortete Frage drängt sich auf. Was hat sich seit damals eigentlich verändert? Die USA bomben weiterhin Entwicklunsländer in die Steinzeit zurück, die „Konsumgesellschaft“ ist in meinen Augen dabei, völlig zu entgleisen und die Wut darüber hält sich in Grenzen. Also was tun??